Zugsübung zur Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung der Freiwilligen Feuerwehr Patergassen

Da es in den vergangenen Wochen aufgrund der anhaltenden Trockenheit bereits in umliegenden Gebieten zu mehreren Wald- und Vegetationsbränden gekommen war, fand am Donnerstag, dem 14.05.2026, unter der Leitung von Zugskommandant BM Gratzl Helmut eine Zugsübung zum Thema Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung statt. Dabei wurde den teilnehmenden Kameradinnen und Kameraden der richtige Umgang mit dem Waldbrandequipment des Abschnittes „Oberes Gurktal“, welches sich im Rüsthaus der Freiwilligen Feuerwehr Patergassen befindet, nähergebracht. Ebenfalls wurde der Aufbau der Wasserversorgung mittels Verteiler sowie B- und D-Druckschläuchen erklärt und praktisch beübt. Die Wasserversorgung wurde dabei mittels Tragkraftspritze FOX III aus der Gurk sichergestellt. Zusätzlich wurde erklärt, dass zwischen den Kupplungen ein Kleinverteiler zur Befüllung der Waldbrandrucksäcke eingebaut werden kann. Weiters wurden fünf Kreissegmentregner (Sprinkler), die sich ebenfalls im Waldbrandpaket befinden, aufgebaut und praktisch vorgeführt. Diese besitzen eine Wurfweite von rund 20 Metern und einen Wasserverbrauch von etwa 120 Litern pro Minute, abhängig von der jeweiligen Einstellung.

LACES-Regel und wichtige Sicherheitsmaßnahmen bei Wald- und Vegetationsbränden

Bei der Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden kommt außerdem die sogenannte LACES-Regel zur Anwendung. Diese dient der Sicherheit der Einsatzkräfte und bildet eine wichtige Grundlage für das Vorgehen bei solchen Einsätzen.

  • Lookout – Beobachter
    Eine oder mehrere Personen beobachten laufend das Brandgeschehen, die Windrichtung sowie mögliche Gefahren. Sobald sich die Lage verändert oder Gefahr für die Einsatzkräfte besteht, erfolgt sofort eine Warnung.
  • Anchor Point – Ankerpunkt
    Der Löschangriff beginnt immer von einem sicheren Punkt aus, an dem sich das Feuer nicht weiter ausbreiten kann. Dadurch soll verhindert werden, dass Einsatzkräfte vom Feuer eingeschlossen werden.
  • Communication – Kommunikation
    Eine ständige und klare Kommunikation zwischen den einzelnen Trupps, Abschnittsleitern und Beobachtern ist besonders wichtig. Nur so können Gefahren rechtzeitig erkannt und Informationen schnell weitergegeben werden.
  • Escape Routes – Fluchtwege
    Vor Beginn der Arbeiten müssen sichere Fluchtwege festgelegt werden. Diese dienen dazu, den Gefahrenbereich rasch verlassen zu können, falls sich das Feuer plötzlich ausbreitet oder die Lage verändert.
  • Safety Zones – Sicherheitszonen
    Sicherheitszonen sind vorher definierte Bereiche, in denen sich Einsatzkräfte gefahrlos aufhalten können. Diese müssen groß genug sein, um ausreichend Abstand zum Feuer und zur Hitzestrahlung zu gewährleisten.

Neben der LACES-Regel sind bei der Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung vor allem das richtige Vorgehen im Gelände, eine gesicherte Wasserversorgung sowie der gezielte Einsatz des speziellen Waldbrandequipments von großer Bedeutung. Zusätzlich gibt es bei der Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung zahlreiche taktische Fachbegriffe. Dazu zählen unter anderem der Grünbereich und Schwarzbereich, die linke und rechte Flanke eines Brandes, die Feuerfront, einzelne Brandinseln oder auch Glutnester. Diese Begriffe dienen der besseren Orientierung und Kommunikation zwischen den eingesetzten Kräften während des Einsatzes.